Die französische Glücksspielbehörde ANJ hat gegen eine nicht genannte Plattform eine Geldstrafe in Höhe von 500.000 Euro verhängt, weil diese Spieler mit Anzeichen eines übermäßigen Spielverhaltens nicht überwacht hat. Die Sanktion folgt einer Überprüfung von dreißig Konten, die zwischen dem 1. Oktober 2023 und dem 31. März 2024 aktiv waren.
Der Sanktionsausschuss der Regulierungsbehörde trat am 30. Juni zusammen, um die Compliance des Betreibers zu prüfen. Die Beamten wandben sieben Kennzahlen an, darunter Einzahlungshäufigkeit, Anzahl der verlorenen Einzahlungen, Spielhäufigkeit, Einsatzvolumen, Änderungen durch den gesetzlichen Glücksspielmoderator, Nutzung der Selbstausschlussoption und Muster bei der Kontenerstellung.
Der Ausschuss kam zu dem Schluss, dass das Unternehmen seine Sorgfaltspflichten für fast alle dreißig Spieler vernachlässigt hat. Mehrere Personen wurden nie als Hochrisikospieler gekennzeichnet, während andere trotz ihres Spielverhaltens unangemessene Risikoklassifizierungen erhielten. Der Betreiber versäumte es zudem, gestaffelte Interventionsmaßnahmen anzuwenden, die die Ausgaben begrenzen sollten.
Verteidigung des Betreibers und Reaktion der Regulierungsbehörde
Während des Verfahrens legte das Unternehmen gegen die Geldstrafe Einspruch ein. Das Management argumentierte, dass die französische Gesetzgebung pathologisches oder übermäßiges Spielen nicht formal definiere, was eine Compliance-Prüfung unmöglich mache. Der Betreiber wies zudem darauf hin, dass die Anzahl der Einsätze stornierte Wetten ausschloss und dass die Anpassung persönlicher Limits keine Risikowarnungen auslösen sollte. Die ANJ beharrte darauf, dass die Geldstrafe in Höhe von 500.000 Euro gerechtfertigt bleibe, und führte die Schwere, Dauer und finanziellen Auswirkungen der Verstöße an.Pascal Chèvremont hat kürzlich die Rolle des ANJ-Präsidenten übernommen und strengere Durchsetzungsnormen für lizenzierte Plattformen skizziert. Die Behörde hat zudem einen neuen Algorithmus eingeführt, um das Spielverhalten auf dem Markt zu verfolgen. Erste Daten zeigen, dass Spieler, die als Hochrisiko eingestuft werden, sechzig Prozent des gesamten Bruttospielgewinns der Betreiber generieren.